Abenteuer im Roten
Meer
Englische Fassung: "Red Sea
Adventure"
US-Fassung: "Under the Red Sea" (RKO)
80 Minuten, Schwarzweiß.
Erstaufführung: 1951
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Filmplakat Herzog-Film |
Filmplakat Herzog-Film |
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Progress Filmillustrierte Nr. 70/55 (DDR) |
Illustrierte Film-Bühne Nr. 1185 |
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Das neue Filmprogramm (ohne Nr.) |
Das Programm von Heute, Kinozeitschrift Nr. 39 |
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Filmplakat RKO (US) |
Filmplakat RKO (US) |


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Hauptdarsteller |
Hans Hass und |
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Teilnehmer/Darsteller |
Leo Rohrer |
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Kamera |
Hans Hass und |
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Schnitt |
Ilse Selckmann-Wienecke |
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Ton |
Hermann Storr |
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Tonfassung |
K.P. Rohnstein |
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Musik |
Bert Grund |
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Kommentar |
Hans Hass |
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Produktion |
Hans Hass |
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Verleih |
Sascha-Film, Wien |
Inhalt:
Port Sudan ist der Ausgangspunkt für die Expedition ins
Rote Meer. Drückende Hitze liegt über der Hafenstadt. Mitten im
geschäftigen Treiben Lotte Baierl (damals noch Assistentin von Hans Hass)
beim Verhandeln - mit ihren langen blonden Haaren und Hosen eine
auffällige Erscheinung zwischen den Muslimen. Beim Frühstück
erscheint die ganze Crew.
Die ersten tage vergehen mit kleineren Tauchfahrten und Ausflüge in die
Umgebung. In der Ruinenstadt Suakin schwimmt Lotte zwischen den Korallenriffen
und setzt durch, dass sie auch ein Tauchgerät benutzen kann. Man taucht
nach Muscheln und Korallen, harpuniert Zackenbarsche, macht Ausflüge auf
eine Vogelinsel oder mit Kamelen in Machmouds Dorf.
Dann beginnt das Abenteuer: Machmoud berichtet von einem sagenumwobenen
Wasserungeheuer, das die Fischer immer wieder in Aufregung versetzt. Mit einem
Charterschiff beginnt die Suche. Bei ersten Begegnungen mit Haien wird die
Wirkung von in die Tiefe geleiteten Tonaufnahmen erprobt. Bei einem walzer von
Johann Strauß umkreisen Schwärme neugieriger Fische den
Lautsprecher. Auch die Taucher können sich der Musik nicht entziehen: sie
tanzen ein Unterwasserballet. Unbemerkt von der Gruppe hat Lotte ein
Schifswrack entdeckt, gerät dabei in eine gefährliche Situation, aus
der sie sich dann doch retten kann.
Endlich sind die "Ungeheuer" gefunden: Walhai und Manta. Der riesige
Walhai schwebt ruhig im Wasser, während die taucher ihn filmend
umschwimmen, ihn gar berühren. Diese Aufnahmen machen Expedition und Film
zu einem ausserordentlichen Erlebnis.
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Werbetext aus der Kinozeitschrift "Illustrierte
Film-Bühne Nr. 1185":
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Hintergrund:
Die Überwasseraufnahmen wurden mit der 35-mm-Arriflexkamera
gedreht, die Unterwasseraufnahmen mit drei 16-mm -Siemenskameras (zwei mit
Weitwinkel-, eine mit Teleobjektiv) und Kodak Plus-X-Film.
Bericht über die zweite Expedition 1950 nach Port Sudan/Rotes Meer; die
Suche nach dem legendären Manta-Rochen und die Annäherung an den
grössten Hai der Welt, den Walhai.
Verkauf der Weltrechte an RKO Pictures (US Filmproduzent Sol Lesser). Die
deutsche und die englische Version des Films unterscheiden sich nur in Details,
z.B. wurde die Szene am Markt minimal gekürzt bzw. umgeschnitten.
Darüber hinaus scheint die englische Version für das US-Publikum ein
weiteres Mal umgeschnitten worden zu sein. In der englischen Fassung wird der
Kommentar ebenfalls von Hans Hass selbst gesprochen.
Premiere in Deutschland im September 1951, Österreichische
Uraufführung am 21.09.1951 in der „Urania“, Wien. Am 14.
Oktober 2001 wurde „Abenteuer im Roten Meer“ anlässlich des
50jährigen Jubiläums des Biennale-Preises erneut (nach 1975) vom ORF
2 ausgestrahlt.
Biennale
in Venedig:
Während der alljährlichen Biennale für
zeitgenössische Kunst in Venedig fanden vom 20. August bis 10. September
1951 die Internationalen Filmfestspiele Venedig (XII. Mostra Internazionale
d’Arte Cinematografica) statt, bei denen der beste Spielfilm mit einem
Hauptpreis, dem „Goldenen Löwen“, geehrt wird. Zwei Wochen
zuvor fanden dort als Rahmenprogramm mit einer eigenen Jury die Filmfestspiele
für wissenschaftliche, kulturelle und dokumentarische Filme (2. Mostra
Internazionale del Film Scientifico e del Documentario d’Arte) statt. Bis
1950 war dieses Genre eine Unterkategorie der Internationalen Filmfestspiele
Venedig gewesen, bevor sie als eigenständiger Wettbewerb geführt
wurden.
Hass hatte seinen Film „Abenteuer im Roten Meer“ wohlweißlich
sowohl bei dem Wettbewerb für Dokumentarfilme als auch bei dem
anschließenden Wettbewerb für Spielfilme angemeldet. Beim Dokumentarfilm-Festival
ging der Hauptpreis zwar an eine amerikanische Produktion von Walt Disney,
allerdings erhielt „Abenteuer im Roten Meer“ den Internationalen
Preis für lange Dokumentarfilme („Premio Internazionale del
Documentario di Lungo metraggio“). Bei dem anschließenden
Wettbewerb für Spielfilme erhielt er keinen Preis. Die Juroren hatten
richtig erkannt, dass die Talente von Hass eher auf dem Sektor des Dokumentar-
als des Spielfilmes lagen, selbst wenn sich die Laienschauspieler große Mühe
gegeben haben, um den Wunsch des Produzenten Anton Schuchmann von Sascha-Film
bestmöglich zu erfüllen.
Siehe dazu auch die Anmerkungen von Hans Hass: Meine
Filmarbeiten im Roten Meer.
(C) COPYRIGHT: Michael Jung 2008