Der Rommel-Schatz

Italienischer Originaltitel: Il Tesoro di Rommel

85 Minuten, Farbe (Internegativ)

Erstaufführung: 15. März 1956 im UFA-Palast Essen

 links: italienisches rechts: deutsches Filmplakat

Regie

Romolo Marcellini

Darsteller

Dawn Addams
Paul Hubschmid
Isa Miranda
Wolfgang Lukschy
Luigi Visconti
John Stacy
Vittorio Massimo
Bruce Cabot
Andrea Checci

Buch:

Gino De Santis,
Duncan Elliot,
Frank Gervasi,
Ugo Guerra,
Romolo Marcellini

Überwasser-Kamera

Renato Del Frate

Unterwasserfilm-Berater

Hans Hass,
Raimondo Bucher

Musik

Carlo Rustichelli

Produktion

Imperial-Film (Luigi Rovere)

Co-Produktion

Translux-Film (Hans Hass)

 

Inhalt: (Eigene Übersetzung aus dem italienischen Begleitheft)
Es ist geschichtlich erwiesen, dass Rommel seinerzeit beim Rückzug des Afrika-Korps längs der Küste einige Stahlkasten auf den Grund des Meeres versenken liess, die wertvolle Dokumente, sowie eine grosse Anzahl von Rupien und Goldbarren enthielten, welche letztere für den Einmarsch in Ägypten bestimmt gewesen waren. Diesbezügliche, doch ungenaue Mitteilungen stammen von ehemaligen Offizieren des deutschen Generalstabes. Es steht ebenfalls fest, dass während der letzten Jahre wiederholt an der italienischen und afrikanischen Küste von Expeditionen die Suche nach dem Schatz, wenn auch ohne Erfolg, betrieben worden ist, wodurch das Gerücht, das inzwischen zur Legende geworden war, immer neue Nahrung erhielt.
Der Film lehnt sich in freier Form an diese Tatsache an. "Der Schatz Rommels" schildert die aufregenden Abenteuer einiger Personen, die unter sich um den Besitz der versenkten Stahlkasten kämpfen. Die einen sind nur von der Idee des Reichtums geblendet, die anderen hingegen legen nur Wert auf die Geheimdokumente, die erschöpfende Auskünfte über das deutsche Spionagenetz, das im Kriege den gesamten Mittleren Orient überspannte, wie man glaubt, zu geben imstande sein werden.
Karl Petersen ist der einzige, der wirklich das Geheimnis des Schatzes kennt. Er war es nämlich, der damals die Versenkung der Stahlkasten in einer Meerestiefe von 25 Metern persönlich vorgenommen hatte. Jetzt lebt er in Ägypten, und dort machen nun folgende Menschen auf ihn Jagd: ein skrupelloser armenischer Abenteurer namens Krikorian, ein ehemaliger Offizier des Generalstabes von Rommel, von Brunner, der sich die Idee in den Kopf gesetzt hat, den Erlös des Schatzes unter deutschen Kriegerwitwen zu verteilen, Welles, ein bekannter amerikanischer Photoreporter, der sich als Untersee-Archäologe ausgibt, und Frau Fischer, die Inhaberin eines Nachtlokals, in welchem die bildschöne Unterwasser-Tänzerin Sophie allabendlich auftritt.
Wider Willen sieht sich Sophie in die geheimnisvolle Angelegenheit verwickelt, denn um von Brunner zu retten, in den sie sich verliebt hat, lässt sie sich von dem Armenier Krikorian erpressen, der sie seinerseits zu seiner Geliebten machen möchte.
Petersen wird endlich aufgespürt. Aber er ist inzwischen, gehetzt von den Erinnerungen des Krieges, zu einem chronischen Säufer geworden und erinnert sich nur noch verschwommen der Geheimzeichen, welche die genaue Lage des Schatzes angeben. Und hiervon nehmen die aussergewöhnlichen und dramatischen Ereignisse ihren Ausgang: Spionageangelegenheiten, gewagte Expeditionen und kühne Tauchversuche im Meer, heimlich gestellte Fallen, Erpressungen und tödliche Angriffe, bis endlich der märchenhafte Schatz entdeckt wird. Doch will es die Ironie des Schicksals, dass niemand in seinen Besitz gelangt. Im gleichen Augenblick, da er auftaucht, explodiert auf dem Meeresboden ein Minenfeld und zerstört ihn für immer. Aus dieser sensationellen Begebenheit bleibt nichts als die Liebe, die die beiden einzigen Überlebenden, Sophie und von Brunner, verbindet.

Hintergund:
1955 unternahm Hans Hass zur Finanzierung seines Schiffs "Xarifa" im Roten Meer Unterwasser-Safaris ein.Von dem Rovere-Film in Rom kam ein Angebot, ob Hass in dem Film "Der Rommel-Schatz", der viele Unterwasserszenen enthielt, einen amerikanischen Spion spielen würde. Der Regisseur war Romolo Marcellini, ein bekannter italienischer Taucher. Hass war zu dieser Zeit in grosser Geldnot und antwortete ihm, dass er den Spion zwar nicht spielen könnte, ihm aber die Xarifa vermieten würde und auch bei den Unterwasseraufnahmen behilflich wäre. Dazu hatte Marcellini nun aber wieder nicht genügend Geld, und Hass bot sich an, bei dem Herzog-Film für Marcellini vorzusprechen. Dort sagte man Unterstützung für den Fall zu, dass Hass als Co-Produzent fungieren würde und zwei namhafte deutsche Schauspieler mitspielen würden. Paul Hubschmid und Wolfgang Lukschy sagten ihre Teilnahme an diesem Film zu. So wurde Hass zum Co-Produzenten eines italienischen Spielfilms.
Hans Hass gründete in Vaduz eigens eine Filmgesellschaft "Translux-Film" und drehte mit den Italienern auf den Panzerfriedhöfen von El Alamein in Ägypten. Weitere Drehorte waren Abukir, Rom und Ponza. Die benötigten Haiszenen drehte Hass mit einem italienischen Taucher bei Hurghada im Roten Meer.

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(C) COPYRIGHT: Michael Jung 2002