Pirsch unter Wasser

16 Minuten, Schwarzweiß.

Erstaufführung: Dezember 1942,
UFA-Theater Tauentzien-Palast Berlin

Hauptdarsteller

Hans Hass
Alfred von Wurzian
Jörg Böhler

Wiener Darstellerinnen
im Vorspiel:

Helli Servi
Herta Gindl

Herstellung und Vertrieb

UFA Berlin

Gestaltung

Rudolf Schaad, UFA Berlin

Zwischenschnitte

Karl Kurzmayer

Musik

Friedrich Witeschnik

Ton

Alfred Norkus
Georg Gutschmidt
Hans Löhmer

Sprecher

Hans Hass

Herstellergruppe

Dr. Nicholas Kaufmann

 

Inhalt:
Textvorspann: "Drei Studenten aus Wien zogen in ihren Sommerferien aus, die Geheimnisse des tropischen Meeresgrundes zu erforschen. Es war der erste Versuch von Hans Hass, mit einer 16 Millimeter Schmalfilmkamera freischwimmend Aufnahmen unter Wasser zu machen. Alle im Rahmen dieses Filmes gezeigten Bilder von Fischen und Korallen sind solche Originalaufnahmen aus der Karibischen See. Der Krieg hat die drei mutigen taucher in Curacao überrascht. Auf abenteuerlichen Fahrten rund um die ganze Welt sind sie erst nach eineinviertel Jahre nach Wien zurückgekehrt."
Der Film zeigt die faszinierenden Anfänge des Unterwasserfilms. Die Tauchreise beginnt zunächst ganz unspektakulär im Wiener Freibad Krapfenwald. Drei Studenten demonstrieren und erklären zwei Wienerinnen die Bedienung von Kamera, Taucherbrille, Flosse und Harpune.
Ortswechsel: die beeindruckende tropische Unterwasserwelt bei Curacao mit ihrer Vilefalt an Korallenformen und Fischarten. Ohne Atemgerät filmt und verfolgt Hand Hass die grossen Fischschwärem, darunter Papageien- und Trompetenfische, Makrelen, Barakudas, Zackenbarsche und Schildkröten. Dann die erste Begnung mit einem Hammerhai. Ohne Stativ und bis zu vier Minuten in 17 Meter Tauchtiefe waren die Studenten um Hans Hass die ersten, die mit Kamera und Harpune in tropische Korallenriffe vordrangen.

Preliminary: "During their summer vacation, three students from Vienna set out to explore the secrets of the tropical bototm of the sea. It was the first attempt of Hans Hass to film with a 16 millimetre camera while swimming freely under water. All pictures of fish and corals shown in this film are originally shot in the Caribbean. War surprised the three fearless divers in Curacao. After adventurous journeys around the globe, they returned to Vienna only 15 month later."
The film "Stalking under Water" shows the fascinating beginnings of underwater filming in the tropical sea world next Curacao. Without SCUBA gear, Hans Hass films huge swarms, but likewise big turtles and a hammer shark. Filming without a tripod and up to four minutes at 17 metres depth is a sensation: for the first time, humans explore tropical coral reefs with camera and harpoon.

 

Hintergrund:
1940 gedreht mit einer 16-mm-Kamera Movikon K16 (Zeiss-Ikon) in einem selbstgebauten, wasserdichten Gehäuse vor Curacao. Ergänzende Aufnahmen auf 16 mm und 35 mm in Berlin, Wien und Dalmatien (Dubrovnik) ca. 1941/42.
"Pirsch unter Wasser" war einer der weltweit ersten Unterwasser-Naturfilme und galt als ein "Kulturfilm", der zu jener Zeit im Kino vor dem Hauptfilm gezeigt wurde und üblicherweise maximal zwanzig Minuten dauerte. Der Streifen wurde von der UFA Berlin herausgebracht. In dieser Partnerschaft war Hass Kameramann, Darsteller und Kommentarsprecher, die Gestaltung wurde jedoch 1941 vom UFA-Regisseur Rudolf Schaad übernommen. Uraufführung war Ende Dezember 1942 im Berliner Tauentzien-Palast zusammen mit dem Film "Violanta" von Peter Ostermayr.
Um den Unterwasseraufnahmen einen entsprechenden Rahmen zu geben und mehr Zwischenschnitte zur Verfügung zu haben, wurde 1941/42 nachgedreht (Kamera: Karl Kurzmayer): Im Wiener Krapfenwaldl-Bad entstand eine Rahmenhandlung mit der österreichischen Schauspielerin Helli Servi (u.a. auch im Film "Charley's Tante" mit Peter Alexander, 1963, zu sehen), die den Zuseher auf die völlig ungewohnten Unterwasseraufnahmen vorbereiten sollte. In einem Aquarium in den Filmstudios in Babelsberg wurden mit Hilfe von Rückprojektionen Zwischenschnitte gedreht, die Hans Hass und seine Freunde mit ihren Unterwasserkameras und angedeutete Stichszenen zeigen. In der Adria beu Dubrovnik wurde ebenfalls zusätzliches Schnittmaterial gedreht. Unter anderem eine Szene, in der Jörg Böhler bei einem Holzboot mit einem Speer abtaucht.

 

Siehe dazu auch die Anmerkungen von Hans Hass: Meine Filmarbeiten vor Curacao

 

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