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Menschen unter Haien
Ein abenteuerlicher Film von Hans Hass im Verleih der Herzog-Film
Aufgenommen im Gebiet der Sporaden, der Zykladen und an der Küste von Kreta
Filmaufnahmen auf dem Mond
wurden noch nicht gemacht. Aber nicht viel weniger Fremd wirken die Landschaften unten, auf den Grund des Meeres.
Frei fliegende Menschen
schweben durch die Unterwasserwelt. Wie Vögel kreisen sie über den Felslandschaften, wie Raubvögel, denn sie spähen abwärts, spähen nach Jagdwild, das der Speer treffen soll.
Die Hauptdarstellerin dieses Filmes,
der weibliche Star also, heisst mit Vor- und Zunamen "GEFAHR"
Wiener Studenten sind es, die den Meeresgrund erforschen wollen, nicht Professoren mit langen Bärten. Sie haben ein Schiff, haben Phantasie udn Mut, von Piräus sticht die Expedition ins Meer, bei Chalik wird bereits der erste Hai gesichtet...
Schon sind die jungen Forscher im Wasser. An den Füssen tragen sie Flossen, vor den Augen eine Maske, mit Harpunen und Kamera in den Händen streifen sie schwimmend über den Meeresgrund. Eine flimmernde, unwirkliche Welt mit gähnenden Klüften, wiegenden Algenwäldern und Fischen, die mit erstaunten Augen den ungewohnten Besuch betrachten. Ein Adlerrochen flattert vogelartig vorbei, und schon sind die Fischmenschen hinter ihm her...
Nun soll ein Zackenbarsch gefilmt werden. Er hockt vor seiner Höhle und sieht durchaus nicht intelligent drein. Im Taucherhelm pirscht der Mann mit der Kamera näher, und auf ein Einsatzzeichen gleitet der Jäger von oben herab. Aber es kommt etwas Ungewohntes dazwischen. Dem Mann im Boot ist das Pumpen zu langweilig geworden. Ihm ist heiss, und er zündet sich in Gemühtsruhe eine Zigarette an...
Hans Hass, der Leiter der Expedition, schnallt sein neues Tauchgerät um, es ist so klein, daß man es in einer Aktentasche bei sich tragen kann. Ein Zeichen des Abschieds und schon gleitet er hinab. Hier ist ein Mensch wahrhaftig zu einem Meerestier geworden. Einheimische Fischer, die mit dem Guckkasten in die Tiefe starren, wenden sich erschreckt ab. In zwanzig Meter Tiefe wird es reichlich dunkel, weiter, immer weiter geht es hinab. Erst in einer Höhle, dreissig Meter tief, wird Rast gemacht. Staunend blickt Hass um sich: Er ist hier unten in einer völlig anderen Welt...
Mit Hussa! geht es hinter einer Schildkröte her. Griechische Fischer jagen sie mit dem Boot, dann springen Jörg und Alfred über Bord und die Jagd geht los. Die Schildkröte liebt ihre Freiheit und hat einen bösen Schnabel, aber die Fischmenschen sind schneller, und das Ganze wird auch noch in Zeitlupe gefilmt...
Und weiter geht die Fahrt. Bei Trikkeri liegt ein versunkenes Schiff, alsbald spazieren die Fischmenschen darauf herum. Hier ist der Speisesaal, dort das Promenadendeck - aber dabei werden seltene Meerestiere gesammelt. Aber die Tiefe ist zu gross, der reine Sauerstoff des Atemgerätes wird ganz giftig. Hass blickt um sich, weisse Flecken vernebeln sein Bild, plötzlich wird er gelähmt und bewusstlos...
Bei Psathrua, der äussersten nördlichen Sporade, soll eine versunkene Stadt auf dem Meeresgrund liegen. Bei der Suche harpuniert Jörg einen Zackenbarsch und verhängt sich dabei auf den Grund in einer Schlinge. Er reisst und zappelt, aber die Leine ist stärker. In letzter Verzweiflung versucht er, sie mit zwei Steinen auseinanderzuklopfen. Und das Klopfen wird ihm zur Rettung...
Nachdem er sich ein wenig erholt hat, soll es der giftigen Muräne ans Leben gehen. Doch es ist nicht nur eine: überall schlängeln sich Muränen durch die Schiffstrümmer. Und Jörg ist nicht zu halten, eine nach der anderen wird durch den geifernden Kopf harpuniert...
An eine anderen Platz gibt es Riesenrochen. Hass filmt, wie sie ihren Giftstachel lässig hin und her schwenken. Dazu rollen sie bösartig mit den Augen. Aber nein, das sind gar nicht die Augen...
In den unterseeischen Grotten der einsamen Insel Piperi hat sich eine unbekannte Schwamm- und Korallenfauna gebildet, hier erreicht die wissenschaftliche Sammeltätigkeit ihren Höhepunkt. Mit Meissel und Hammer klettern die Taucher durch unterseeische Schlünde und ein Museumsstück anch dem anderen wandert an den Tag...
Schliesslich, in Santorin, einem grossen versunkenen Vulkan, kommt es zu der lang erwarteten Begegnung mit Haifisch-Rudeln. Dynamitfischer sind am Werk, werfen Bomben, töten die Fische rücksichtslos zu Tausenden, und das lockt die Haifische heran. Kaum ist die Explosion verklungen, so sind auch die jungen Forscher unter Wasser, inmitten des Silberregens verletzter und betäubter Fische. Und was sie hier erleben, ist einfach unbeschreiblich. Von allen Seiten kommen die Haifische gierig herangerast, Haie in allen Grössen, zehn, siebzehn zur gleichen Zeit, und zwischen ihnen rasen Thunfische kreuz und quer und schnappen unersättlich einen Fisch nach dem anderen. Hass und seine Kameraden wissen in diesem Durcheinander kaum, wohin sie die Kamera zuerst richten sollen. Durch Handzeichen verständigen sie sich, kreisen Haie ein, da kommt ein besonders wilder und beisst einem Thunfisch den Bauch weg. Blutend sinkt die Leiche auf den Grund, die Wunde ist wie von einem Rasiermesser geschnitten! Und das Getümmel wird immer wilder, einer der Haie attackiert, rast bis knapp an die Menschen heran...
Eine Expedition auf den Mars könnte keine fremdartigeren und abenteuerlicheren Bildstreifen liefern. |